Der Umgang mit den Kolleg:innen bei Saint Gobain Glass, oder Spiegelfabrik wie wir sie gerne nennen, auf dem Luzenberg ist leider nur ein weiteres Beispiel für die Geringschätzung von Arbeitnehmer:innen und der kalte Wind der ihnen entgegenbläst. Die Arbeitnehmerschaft wird immer weiter zu sogenanntem „Humankapital“ degradiert indem sie einem unwürdigen und dauerhaften Kosten-Nutzen-Druck ausgesetzt sind, dem sich dann Konzernspitzen entledigen, wenn sich eine günstige Chance ergibt.

Da wird dann auch nicht davor zurückgeschreckt Traditionsstandorte dem Erdboden gleich zu machen und am besten für Lau. So darf man Konzerne nicht davon kommen lassen! Damit muss endlich Schluss sein! Das Schlimme dabei ist, dass die regierende Politik, aufgrund ihres Nichthandelns, mal von ein paar tollen und schwungvollen Reden einzelner Politiker:innen abgesehen, dem indirekt zustimmt, anstatt Regularien und Gesetze zu erarbeiten und erlassen, die solch ein schäbisches Handeln zumindest erschwert und am besten verhindert.

Ist die Schließung Saint Gobain Glass eine Folge des Subventionsstopps für die Photovoltaik-Branche der letzten Jahre?

Diese Frage wird wohl nicht beantwortet werden und dennoch stellt sich diese Frage. Innerhalb weniger Jahre wurden aufgrund des Subventionsstopps der Bundesregierung im Photovoltaikbereich deutschlandweit ca. 80.000(!) Arbeitsplätze vernichtet und damit auch den hier ansässigen Technologievorsprung an andere global Player abgegeben, die sich nun eine goldene Nase verdienen. Lieber werden Jahr für Jahr Milliarden in den endlichen, unrentablen, dem Untergang geweihten und dreckigen Stoff namens Kohle gebuttert, mit einem Bruchteil an anhängigen Arbeitsplätzen von denen viele in den nächsten Jahren in Rente gehen werden.

Ist Saint Gobain letztendlich auch ein Opfer dieser verfehlten Politik? Wohl keine/r wird uns diese Frage beantworten (wollen).
Warum setzen sich die angeblichen „Volksparteien“, wie sie sich gerne nennen, nicht für diese Menschen ein?
Auch das werden die Entscheider:innen wohl nie beantworten (wollen).

Damit muss endlich Schluss sein!

Fazit:
Saint Gobain, die „Månnemer Schbigglfabrigg“ steht für ein trauriges, kaltes Ende für die älteste Industriegeschichte Mannheims, die Arbeiter*innen abserviert, ihre Existenzen dem Profit opfert. Kapitalismus kennt halt keine Menschen, nur Zahlen und sog. Sanierer tun den Begriff „Traditionsstandort“ als Sentimentalität ab. Wie das wohl die Beschäftigten sehen, die vor dem existenziellen Nichts stehen?

Unserer Wut müssen politische Konsequenzen folgen. Das geht aber eben nur mit der LINKEN – im Landtag ist da schon mal ein guter Anfang.

Solidarität mit den Kolleg*innen von Saint Gobain Glass