Ich kann den Ärger des Betriebsrats und der ver.di und auch die Verunsicherung der Belegschaft des GKM absolut verstehen. Hier wird mal wieder Firmenpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten gemacht. Sie schuften sich ab, um den Betrieb voran zu bringen und am Schluß werden sie, zum Dank, abserviert, damit mal wieder einige wenige ihre Pfründe retten können. Nein, so darf das nicht weiter gehen!

Hier muss die Bundesregierung handeln und das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz dahingehend ändern, sodass alle Beschäftigten, also auch die des GKM, das Anpassungsgeld bekommen.

Aber auch die Stadt, als Anteilseignerin der MVV, und das Land als Anteilseigner der EnBW müssen in die Pflicht genommen werden!

Da die Unternehmen bzw. die Eigentümer mit dem Bau von Block 9 schon damals wissentlich auf das falsche Pferd gesetzt haben, müssen auch sie für die Folgen dieser Fehlentscheidung aufkommen und die Beschäftigten finanziell absichern.

Es darf nicht weiter hingenommen werden, dass einige Wenige die „Kohle“ einstreichen und die die sie erwirtschaftet haben, fallen gelassen werden wie heiße Kartoffeln! Schluss damit!Dass man sich dabei nicht auf die Grünen verlassen kann, können wir ja sehen. Da lässt man eben auch mal etliche Beschäftigte, für deren High-Society-Grün über die Klinge springen.

Doch wir meinen es ernst, wenn wir sagen, dass Umweltschutz und soziale Verträglichkeit, erstens miteinander vereinbar sind und zweitens sogar einander bedingen! Seien wir mal ehrlich, die Tage der Kohleverstromung sind alleine schon aufgrund der Endlichkeit von Kohle gezählt. Nicht nur klimatechnisch, sondern auch rein wirtschaftlich ist ein geordneter Ausstieg vernünftig. Jetzt schon ist die Kohleverstromung nur durch Milliarden an Steuergeldern, die wir alle jetzt schon bezahlen, aufrecht zu erhalten. Daher ist es längst überfällig in neue, umweltschonende und für alle bezahlbare Energien zu investieren.

Denn, wenn wir das nicht tun, werden wir irgendwann ohne Kohle, ohne Energie, einer kaputten Umwelt und ohne Arbeitsplätze da stehen. Wer will das schon ernsthaft? Unsere Kinder und Enkelkinder haben eine bessere Zukunft, als das verdient!

Meine Solidarität gilt daher den Arbeiter*innen des GKM und der Fremdfirmen!

Sven Metzmaier – Landtagskandidat Mannheim-Nord

Artikel aus dem MM vom 19.12.2020 – PayWall

www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-gkm-irgendwann-ist-mal-schluss-wir-sind-doch-keine-esel-_arid,1731982.html

Die Energiewende darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten vollzogen werden!
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